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  •   11. Januar 2010, 19:11

    Klamek ji bo Beko

    Abgelegt unter:Notizen zu Film
    admin

    wunderbare Dialektik zwischen Kamera und dem Topoi der Flucht; Kamera ganz ruhig; beobachtet die Flucht Bekos mit Ruhe und Geduld; die Ruhe bricht sie erst am Ende auf, als das sowieso schon zerstörte Dorf, in das die Leute vom Berg zurückgekehrt sind, bombardiert wird und die Kinderleichen wild umher liegen; dann wird die Kamera hektisch; beweglich; unruhig; gerade durch diese Bildsprache gewinnt Film an Dynamik und Wirkungskraft (diese Einstellungen wirken im Bezug auf Gesamtheit des Films fast irreal; unterstreicht Unbegreiflichkeit des Krieges, der eigentlich schon zu Ende schien; Rohheit wird deutlich); ein sehr bestechender und einprägsamer Film; kaum Musik; sehr stiller Film; genau wie Beko ein sehr stiller und einfühlsamer Mensch ist; oftmals dient auch einfach nur das Zwitschern der Vögel als Begleitmusik oder Beko singt seine eigenen Lieder; diegetische Musik; auch Flötenspiel oder ähnliches; schöne Landschaftsaufnahmen stehen ebenfalls dialektisch zum schmutzigen Krieg; auch das direkt thematisiert; Wechsel von pittoresken Panoramabildern hin zu Gewehrschüssen und fahrendem Panzer in der Ebene; Verlust von Heimat; Heimatlosigkeit (Vgl. „Und du bist woanders auch nicht nützlicher als hier“); Verlust von Eltern; Bezugspersonen; auch wieder wunderbar gezeichnet vom Regisseur; mit Kindern entsteht so schöne naive Poesie; entsteht Lebenslust in all dem Krieg; dem Trübsinn; sie beleben und am Ende sind sie fast alle tot; der Krieg fordert sie als seine Opfer; doch Krieg selten direkt sichtbar; über das Bild wenig von seinem Schrecken transportiert; funktioniert eher über Ton (z.B.: Gewehrschüsse oder Geräusche von Flugzeugen; oder eben über die Trümmer erkennbar, die der Krieg hinterlässt; seine Spuren kann jeder lesen; sind begreifbar; obgleich Krieg selbst unbegreifbar bleibt)

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