Ich sehe die Anderen. Ich mag die Anderen nicht. Nicht weil ich arrogant bin, sondern weil ich nicht verstehen kann, wie sie sind; weil ich nicht begreifen kann, warum sie so anders sind; warum ich nicht sie bin. Ich bin anders, weil die Anderen nicht so sind, wie ich bin. Ich bin anders, weil all die Anderen, die ich nicht sein kann, so gerne ohne mich sind. Doch all die Anderen haben jemanden, der an ihrer Seite steht, der sie mehr oder auch weniger mag, vielleicht sogar liebt. Ja. Die Anderen haben jemanden neben sich und sind mindestens schon einmal zu zweit anders als Ich. Ich möchte auch nicht mehr alleine anders sein. Ich möchte zusammen mit jemand Anderem ein Teil der Anderen sein. Vielleicht muss ich mich dafür verstellen. Vielleicht darf ich für diesen Traum nicht mehr so sein, wie ich jetzt gerade bin. Vielleicht sollte ich mich für eins entscheiden. Doch ich mag die Anderen immer noch nicht. Ich sehe sie zwar, aber ich mag sie immer noch nicht. Die Anderen und Ich. Vielleicht gibt es jemand Anderes, der auch anders als die Anderen ist. Vielleicht möchte er mit mir anders sein. Vielleicht aber auch nicht. Was mache ich dann? Was kann ich dann noch tun außer mich verstellen? Was kann ich dann noch tun außer so zu sein wie die Andern?
Im Winter ein Jahr. Das Leben nach Tod ist ein anderes Leben. Ein Jahr ist Alexander tot. Ein Jahr ist es her. Niemand mag daran denken. Niemand mag darĂĽber wirklich sprechen. Alle geben sich selbst oder anderen Schuld. Aber der Tod kennt doch gar keinen Schuldigen. Ist es nicht so? Kann es ĂĽberhaupt anders sein? Kann es sein, dass man die Toten besser begreifen kann, wenn man weiĂź, was man selbst oder ein anderer fĂĽr eine Schuld geleistet hat? Der Tod und das Leben. Das Leben und der Tod. Das Eine und das Andere. Das Leben ohne Tod ist kein anderes Leben, sondern ĂĽberhaupt kein Leben. Ein Jahr ist Alexander tot. Das Leben nach Tod ist ein anderes Leben, aber immer noch Leben. Jeden Winter ein weiteres Jahr.